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Marihuana gegen Migräne: erste Studie gibt Hinweise auf positive Wirkung

Migräne-Forschung

Studie mit 121 Patienten

Eine aktuelle Studie gibt Hinweise auf eine mögliche positive Wirkung von medizinischem Marihuana gegen Migräne. Bisher ist medizinisches Cannabis vor allem für seine Wirkung gegen Schmerzen und bei Übelkeit z.B. bei Krebs oder AIDS bekannt (Wikipedia: Hanf als Arzneimittel). Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie nennt es außerdem als wirksames Mittel gegen Spastiken bei Multipler Sklerose.¹

Die neue Studie ist laut ihren Autoren nun die erste, die sich mit der Wirkung von Cannabis bei Migräne beschäftigt. Sie wurde von der University of Colorado und einer auf medizinisches Marihuana spezialisierte Klinik durchgeführt.Die Ergebnisse deuten auf eine positive Wirkung sowohl vorbeugend, als auch zur Unterbrechung eines Migräneanfalls hin³:

  • Knapp 40% berichteten von positiven Effekten
  • Ca. 20% hatten weniger häufig Migräne
  • Die Migränetage konnte von 10,4 auf 4,6 im Monat gesenkt werden (statistisch signifikant)
  • Ca. 12% konnten einen beginnenden Migräneanfall unterbrechen
  • Ca. 12% berichteten von negativen Effekten, wie Schläfrigkeit

Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen

Die Ergebnisse sollten aber nicht überinterpretiert werden. So gab es keine Placebo-Gruppe, es war nicht vorgeschrieben, in welcher Form (Rauchen, Essen, Auftragen oder Vaporisieren), in welcher Dosis und welcher Häufigkeit das Marihuana konsumiert werden sollte. Und die Patienten konnten andere Migräne-Medikamente (auch vorbeugende) nehmen, ohne das kontrolliert wurde, was wann in welcher Dosis eingenommen wurde.

Die Autoren sind sich dieser Einschränkungen bewusst und sagen selber, dass weitere kontrolliert Studien nötig sind.

Wie wirkt medizinische Marihuana gegen Schmerzen?

Umfassend ist die Wirkung wohl nicht geklärt. Man weiß aber, dass der in Cannabis enthaltene Wirkstoff THC sich im Gehirn an bestimmte Rezeptoren bindet und dort Neurotransmitter und Signalweiterleitung beeinflusst und so entspannend und schmerzreduzierend wirkt.²

Medizinisches Marihuana in Deutschland

In Deutschland gibt es nur ein Medikament, das Cannabis enthält und von den Krankenkassen bezahlt wird. „Sativex“ wird aber auch nur bei Multipler Sklerose bezahlt. Es kann zwar auf Privatrezept auch gegen andere Krankheiten verschrieben werden, die Kosten werden aber im Internet mit mehreren hundert Euro pro Monat angegeben.

Die einzige andere legale Möglichkeit in Deutschland: eine Sondergenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zum Kauf von medizinischen Cannabisblüten, die wohl nur sehr schwer zu erhalten ist.

Nicht vergessen sollte man, dass auch Marihuana Nebenwirkungen haben kann.


[1] http://www.dgn.org/leitlinien/11-leitlinien-der-dgn/2333-ll-31-2012-diagnose-und-therapie-der-multiplen-sklerose
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Tetrahydrocannabinol#Wirkmechanismen
[3] http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/phar.1673/full


Zum Weiterlesen:

Artikel in der Zeit: Cannabis. Die Droge, die nicht helfen darf

Artikel im Blog The Daily Headache, mit ein paar Erfahrungsberichten (englisch)

Ein Schmerzpatient: ohne Cannabis geht es nicht mehr (NDR)


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2 Gedanken zu “Marihuana gegen Migräne: erste Studie gibt Hinweise auf positive Wirkung

  1. Hallo erstmal
    Ich bin auf der suche nach der dosierung vom cannabisöl bei migräne.
    Hoffe es kann mir jemand helfen.
    Danke im vorraus

  2. Definitiv! Leide seit 30 jahren an migräne . Vor zwei jahren erstmals cannabis probiert. Seit dem ist meine migräne deutlich seltener und weniger heftig. Sowohl prophylaktisch als auch im akuten fall eine deutliche erleichterung. Von 10-12 attacken monatlich auf maximal 2 reduziert. Zudem ist die migräne nicht mehr so stark. Ich kann also die wirksamkeit von cannabis gegen migräne 100% bestätigen !

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