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Schwangerschaft: Risiko für Komplikationen bei schwerer Migräne erhöht?

Schwangerschaftskomplikationen Migräne

Schwangere Migränikerinnen sollten ein besonderes Augenmerk auf ihre Gesundheit richten, denn es sieht so aus, als könnte stark ausgeprägte Migräne das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöhen. Es geht um Präeklampsie, Frühgeburt und ein geringes Babygewicht. Woran das genau liegt ist noch unklar und die Forscher betonen auch, dass weitere Studien mit mehr Patienten nötig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen. Trotzdem kann es nicht schaden, vorsichtig zu sein!

Die Details der Studie zu Schwangerschaftskomplikationen bei schwerer Migräne

Amerikanische Forscher des Montefiore Headache Center und angeschlossener Kliniken haben über 5 Jahre Daten gesammelt. Dabei fanden sie Alarmierendes bei 90 Patientinnen, die so schwere Migräne hatten, dass sie eine Notfallversorgung im Krankenhaus in Anspruch nahmen.

Studie mit 90 Patientinnen mit schwerer Migräne, die als Notfall im Krankenhaus behandelt wurde

  • 54% hatten mindestens eine Schwangerschaftskomplikation
  • Fast 30% hatten eine Frühgeburt (gegenüber 10% in der Gesamtbevölkerung)
  • Ca. 20% hatten Präeklampsie (ggü. 5-8% in der Gesamtbevölkerung)
  • 19% der Neugeborenen hatten ein niedriges Geburtsgewicht (ggü. 8% in der Gesamtbevölkerung)
  • Bei Frauen über 35 Jahren war das Risiko für diese Komplikationen 7-fach höher als bei jüngeren Frauen.

Noch ist unklar, in wie weit die Komplikationen mit den Medikamenten zusammenhängen, die die Frauen in der Notaufnahme bekamen. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde mit Medikamenten behandelt: u.a. mit Paracetamol, Metoclopramid (MCP) oder dem Antihistamin Diphenhydramin.

Die kompletten Ergebnisse sollen vom 15. bis 21.4. beim Kongress der American Academy of Neurology vorgestellt werden.

 

Fazit

Auf Grund der Häufigkeit der Schwangerschaftskomplikationen schlägt der Studienautor Dr. Robbins (Chef der Neurologie am Jack D. Weiler Hospital of Montefiore) vor, Frauen mit so starker Migräne, dass sie eine Notfallversorgung benötigen, als Risikoschwangerschaften einzustufen.

Es ist sicherlich eine gute Idee, als schwangere Migränikerin besonders auf die Gesundheit zu achten.

Auf Grund des unklaren Zusammenhangs der Komplikationen mit Medikamenten wie Paracetamol und MCP ist es ratsam stärker auf nicht-medikamentöse Prophylaxe zu setzen. Das können z.B. Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Achtsamkeitstraining, Akupunktur oder Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Vitamin B2 oder Probiotika sein. Ingwer war in einer Studie ähnlich wirksam gegen Migräne wie Sumatriptan. Allerdings wird Ingwer eine wehenfördernde Wirkung nachgesagt, der Verzehr in der Schwangerscahft ist daher umstritten. Die Website www.embryotox.de der Charité Klinik in Berlin sieht allerdings bisher keine Beweise dafür, dass Ingwer in der Schwangerschaft schädlich ist. Auch allein schon eine gesunde Ernährung kann einen Teil zur Migräneprophylaxe beitragen (siehe Artikel Oxidativer Stress als Auslöser von Migräneattacken? Esst mehr Obst und Gemüse).

Wie eigentlich immer gilt auch hier der Rat: sollten sich eure Migräne-Symptome verändern oder ihr in der Schwangerschaft neue Kopfschmerzen hinzu bekommen, sprecht mit eurem Arzt. Unter Umständen können sie ein Zeichen für Komplikationen sein.

Bitte besprecht auf jeden Fall alle Migräne-Maßnahmen in der Schwangerschaft auch mit eurem Gynäkologen!

Beitragsbild von freestocks.org / Unsplash (bearbeitet) unter Creative Commons 0

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Zum Weiterlesen:
Pressemeldung zur Studie

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