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Neue Studie zur Wirkung von Botulinumtoxin bei chronischer Migräne

Ampullen und Spritze

Wie wirkt Botulinumtoxin gegen chronische Migräne?

Neue Studie von spanischen Forschern vorgestellt

Im „New York Headache Blog“ von Dr. Alexander Mauskop wird eine neue Studie zum Wirkmechanismus von Botulinumtoxin bei Migräne vorgestellt.

Wie genau Botulinumtoxin Patienten mit chronischer Migräne hilft, ist bisher nicht zu 100% geklärt. Man hatte zunächst vor allem vermutet, dass Botulinumtoxin angespannte Muskeln in Gesicht und Nacken entspannt.

Andere Theorien drehen sich um Neurotransmitter wie Acetylcholin und CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide, ein Neuropeptid). Spanische Forscher haben nun in einer Studie beweisen können, dass Menschen mit chronischer Migräne erhöhte Mengen von CGRP im Blut haben, auch wenn sie gerade migränefrei sind. Die Behandlung mit Botulinumtoxin konnte das CGRP-Level im Blut senken.

 

Vorhersage, welchen Menschen Botulinumtoxin hilft

Interessant war außerdem, dass Patienten, denen Botulinumtoxin helfen konnte (sogenannte „Responder“), vor der Behandlung eine höhere Menge CGRP im Blut hatten, als Menschen, denen Botulinumtoxin nicht helfen konnte.

In der Zukunft könnte aus diesem Wissen ein Test entwickelt werden, der vorhersagen kann, ob Botulinumtoxin einem bestimmten Migräniker helfen kann oder nicht. Bisher ist diese Vorhersage aber noch nicht eindeutig genug  möglich und außerhalb von Forschungseinrichtungen auch kein Test verfügbar.

 

CGRP und Migräne

CGRP ist schon länger ein Thema in der Migräneforschung.

Zunächst wurden Medikamente entwickelt, die wie Triptane bei einer Migräneattacke eingenommen werden und das Andocken von CGRP an Rezeptoren verhinderten. Die Entwickung eines Medikaments mit Namen Telcagepant wurde aber trotz guter Wirksamkeit auf Grund von Nebenwirkungen in Form von Leberproblemen eingestellt, ein Medikament mit Namen Olcegepant scheint noch weiter erforscht zu werden. Eine neuere Forschung beschäftigt sich mit der Möglichkeit einer Impfung mit Antikörpern gegen CGRP.

Die Schmerzklinik Kiel bietet einen sehr guten Beitrag, in dem der Zusammenhang von CGRP und Migräne und der Stand der Forschung zusammengefasst werden.

Weiterführende Informationen:

Hier findet ihr eine Übersicht über CGRP basierte Migränemedikamente, die zurzeit entwickelt werden und über ihren Entwicklungsstand.

 


Beitragsbild oben © nikilitov / Fotolia.com (Ausschnitt)

 

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2 Gedanken zu “Neue Studie zur Wirkung von Botulinumtoxin bei chronischer Migräne

  1. Was muss man denn machen um Botulinumtoxin zu bekommen?
    LG, Liese

  2. Botulinumtoxin ist in Deutschland nur für chronische Migräne zugelassen und verschreibungspflichtig. Das heißt, Du musst mindestens 15 Kopfschmerztage und davon mindestens 8 Migränetage im Monat haben. Bitte besprich mit Deinem Arzt, ob Du dafür in Frage kommst.

    Migränespezialisten findest Du z.B. auf der Website der Schmerzklinik Kiel oder der Deutschen Migräne und Kopfschmerz Gesellschaft.
    Die Behandlung wird (bei chronischer Migräne) von den Krankenkassen bezahlt.

    Auf der Website der Schmerzklinik Kiel kann man auch nachlesen, wie Botulinumtoxin angewendet werden sollte (z.B. an welchen Punkten es gespritzt werden sollte). Auf dieser Seite gibt es ein pdf dazu zum herunterladen.

    Viel Erfolg!

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